Die Abnehmschule

Individuelle Wege zum Wohlfühlgewicht mit vernünftiger Ernährung und aktiver Lebensgestaltung

Rennrad fahren zum Abnehmen

Der Entschluss abzunehmen geht oft mit dem zweiten Entschluss einher, ab jetzt richtig sportlich zu leben. Da wirkt der Gedanke an das klassische Damen- oder Herrenrad mit Dreigangschaltung eher demotivierend. Viele kommen daher zu dem Ergebnis: Ein Rennrad soll es sein!

Es ist natürlich eine Tatsache, dass Rennrad fahren viel mehr Spaß macht, spätestens nachdem man die Anfangsschwierigkeiten mal überwunden hat. Dieser Anfang stellt sich allerdings für manche, nicht nur übergewichtige Anfänger als größere Hürde heraus. Enttäuschungen sind vorprogrammiert, wenn man als unsportlicher Anfänger den Ehrgeiz hat, von vornherein ein Rad zu fahren, das so auch von Radprofis benutzt wird. Weder hat ein Anfänger die Kraft, um mit der Übersetzung eines Profis zurecht zu kommen, noch hat er die trainierte Stützmuskulatur, um die sportliche Körperhaltung auf dem Rennrad lange genug durchhalten zu können. Bei der Anschaffung und Einstellung des Rennrades werden deshalb von Anfängern häufig Fehler gemacht, die sich dann mit Unannehmlichkeiten und Schmerzen rächen.

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Das richtige Rennrad für den Rennradanfänger

Vor dem Kauf sollte man sich unbedingt ausführlich informieren. Rennrad ist nicht gleich Rennrad! Auch beim Kauf eines Komplettrades sollte man unbedingt darauf achten, dass die verbauten Komponenten zu einem passen. Denn wenn die meisten Teile auch ersetzt werden können, so treibt das doch den Preis für das Rad in die Höhe.

Die wichtigste Entscheidung beim Rennradkauf ist die für den Rahmen. Er muss unbedingt die richtige Rahmenhöhe haben und für schwere Rennradfahrer muss er auch für das entsprechende Körpergewicht ausgelegt sein. Ebenso sollte man mit einem hohen Körpergewicht nicht unbedingt auf einer extremen Leichtbauweise bestehen. Zum Beispiel sind solide Laufräder geringfügig schwerer, dafür tragen sie aber auch einen Rennradfahrer, der etwas mehr wiegt als ein Radprofi, zuverlässig ohne erhöhten Wartungsaufwand durch häufiges Nachzentrieren. Auch Lenker und Sattel sollten dem Gewicht angepasst sein. Natürlich ist ein leichteres Rad schneller, aber im Endeffekt zählt das Gesamtgewicht aus Fahrer und Rad. Während es viele hunderte bis tausende Euro kosten kann, das Rad um ein Kilo leichter zu machen, ist es verglichen damit verhältnismäßig einfach, den Fahrer um das selbe oder auch sehr viel mehr Gewicht zu erleichtern. Es reicht aus, das Rad oft und ausdauernd zu bewegen, um den Rennradfahrer um viele Kilo zu erleichtern.

Die Schaltgruppe

Bei der Wahl der Schaltgruppe sollte man berücksichtigen, dass man am Anfang ein Anfänger ist. Aus diesem Grund sind in den letzten Jahren Kompaktkurbeln mit kleineren Kettenblättern geradezu in Mode gekommen. Diese haben zwei Kettenblätter mit zum Beispiel 34 und 50 Zähnen, während herkömmliche Kettenblattgarnituren oft Kettenblätter mit 39 und 52 oder 53 Zähnen haben. Alternativ können auch dreifach-Kurbelgarnituren verwendet werden. Letzere Lösung ist vor allem aus ästhetischen Gründen nicht so beliebt, hat aber den Vorteil, dass sie am Berg mehr Optionen bietet und dass sie auch dann noch angemessene Gänge bereitstellt, wenn die Fitness deutlich angestiegen ist.

Auch bei der Wahl der Kassette sollten wenn möglich nicht die kleinsten Ritzelpakete gewählt werden. Diese ist ohnehin ein Verschleißteil, das nach einigen tausend Kilometern ausgetauscht werden muss. Dann kann man wieder neu entscheiden, je nachdem, wie sich Training und Fitness in der Zwischenzeit entwickelt haben.

Einstellung des Rennrades

Die ungewohnte Sitzposition auf dem Rennrad führt bei vielen Anfängern zu extremen Problemen und Schmerzen. Betroffen sind vor allem die Wirbelsäule im Lendenwirbelbereich und im Nackenbereich und oft auch die Handgelenke. Dies lässt sich weitgehend dadurch vermeiden, dass man für den Anfang eine nicht ganz so sportliche Position wählt. Zu diesem Zweck kürzt man den Gabelschaft zunächst nicht so stark und setzt den Lenker durch den Einsatz von Spacern zwischen Gabel und Vorbau etwas höher. Alternativ oder zusätzlich kann man einen Vorbau mit einem Winkel wählen, der zusätzliche Höhe für den Lenker schafft. Ein guter Radhändler kann diese Aufgabe ohne Probleme lösen.

Wenn man sich an diese Sitzposition gewöhnt hat und schmerzfrei fahren kann, dann kann man nach und nach dazu übergehen, die Spacer über den Vorbau zu versetzen. Wenn alle Spacer nach oben gewandert sind, dann kann man die Gabel auf ihre endgültige Länge kürzen und auf die Spacer verzichten. Durch diese Vorgehensweise kann man unnötige Schmerzen vermeiden und sich nach und nach an die sportliche Sitzposition auf dem Rennrad anpassen.

Training

'Wer lange keinen Sport mehr gemacht hat oder neu auf dem Rennrad ist, fängt am besten klein an und steigert sich dann erst nach und nach. Die ersten Trainingseinheiten dienen dem Kennenlernen des Rades und seiner Funktionsweise. Dazu gehört auch, das Lösen der Klickpedale zu üben und die optimale Sitzposition herauszufinden. Auch wenn letztere sich im Laufe der Monate und Jahre sicher noch verändern wird.

Für den Anfang entfernt man sich am besten nicht allzu weit von seiner Ausgangsbasis, denn gerade Anfänger leiden oft schon nach wenigen Kilometern an Schmerzen, zum Beispiel an der Sitzfläche oder im Nacken. Diese können auch bei korrekter Radeinstellung auftreten und sind einfach mit schlecht trainierter Muskulatur zu erklären. Schmerzen in Knien oder Hüftgelenken sollten dagegen zu einer Überprüfung der Sitzposition und eventuell auch zu einem Besuch beim Orthopäden Anlass geben. Die richtige Satteleinstellung kann hier aber oft Abhilfe schaffen.

Wer am Anfang lieber öfter und dafür nur wenige Kilometer fährt, der wird sich besser an das Rad gewöhnen und schneller den Einstieg in ein reguläres Training finden als jemand, der sich gleich am Anfang über lange, mehrstündige Touren quält. Bis man solche Touren wirklich genießen kann, sollte man schon einen deutlichen Trainingsfortschritt verzeichnet haben.

Eine sinnvolle Trainingsplanung berücksichtigt immer die aktuelle Fitness, worunter eben auch die Fitness der Stütz- und Haltemuskulatur zu verstehen ist. Wer klein anfängt und sich dann nach und nach steigert, der wird sich die Freude am Rennradfahren erhalten und schnellere Trainingsfortschritte erzielen als jemand, der sich von Anfang an quält.

Wer das Rennradfahren auch zur Gewichtsreduktion betreibt, der sollte darauf achten, sich die Freude am Fahren zu erhalten, denn Rennradfahren ist eine sehr wirksame Methode zum Abnehmen, aber es braucht doch viele Kilometer, um wirklich dauerhaft Gewicht zu verlieren. Wer alle diese Kilometer in der ersten Woche fahren möchte, der wird weniger Erfolg haben als jemand, der sich eine realistische Zeitplanung macht.

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