Die Abnehmschule

Individuelle Wege zum Wohlfühlgewicht mit vernünftiger Ernährung und aktiver Lebensgestaltung

Ballaststoffe helfen beim Abnehmen

Eine ballaststoffreiche Ernährung ist heute aus der Mode gekommen. Auch wenn die meisten Menschen, zumindest theoretisch, über die Wichtigkeit der Ballaststoffe für die menschliche Ernährung informiert sind, so ernähren sich doch die meisten sehr ballaststoffarm. Was oft Auswirkungen auf die Verdauung hat, manchmal aber auch die Entstehung von Übergewicht begünstigt und in jedem Fall das Abnehmen erschwert. Mehr Ballaststoffe zu essen, ist also eine gute Idee, wenn man abnehmen oder garnicht erst dick werden möchte.

Nutzen der Ballaststoffe

Ballaststoffe sind wichtige Bestandteile der Ernährung, obwohl sie im Wesentlichen unverdaulich sind. Ihr Nutzen beruht im Gegenteil gerade auf dieser Tatsache der Unverdaulichkeit. Ballaststoffe saugen im Darm Wasser auf, quellen auf und vergrößern so das Volumen des Darminhalts. Dies führt zu einer verbesserten Darmflora und zu einer beschleunigten Darmpassage des Speisebreis, kurz zu einer guten Verdauung. Daneben haben die Ballaststoffe aber noch mehr Vorteile. Sie binden Gifte und andere unerwünschte Bestandteile der Nahrung, die dadurch unschädlich gemacht und schneller ausgeschieden werden können. Sie sorgen für gesunde Blutfettwerte und Blutzuckerwerte. Sie machen schnell und langanhaltend satt und erleichtern es damit, die Nahrungsaufnahme zu reduzieren. Ballaststoffe sind natürliche Bestandteile gesunder, nährstoffreicher Lebensmittel und dadurch unverzichtbarer Bestandteil einer gesunden Ernährung.

Ballaststoffe in der Ernährung

Es ist noch garnicht so lange her, dass die Menschen völlig selbstverständlich einen hohen Ballaststoffanteil in ihrer Ernährung hatten. Erst seit dem 19. Jahrhundert gibt es die technische Möglichkeit, weißes, ausgemahlenes Mehl herzustellen. Vorher war jedes Brot und jedes Getreideerzeugnis selbstverständlich aus Vollkorn hergestellt, etwas anderes war garnicht möglich. Das ausgemahlene Mehl setzte sich zuerst nur langsam durch, heute ist es jedoch Standard. Schon dadurch ist die heutige Ernährung ballaststoffärmer als früher. Essgewohnheiten, die Süßes, Schnelles und Fettes bevorzugen und wenig Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst beinhalten, tragen ihr Übriges zu einer geringen Versorgung mit Ballaststoffen bei.

Die Folgen einer solchen ballaststoffarmen Ernährung können Verdauungsstörungen und häufiger Hunger sein. Letzeres ist einer der möglichen Gründe für eine Gewichtszunahme und für eine erschwerte Gewichtsreduktion. Dabei lässt sich eine ballaststoffreiche Ernährung eigentlich leicht realisieren. Der Verzehr von Vollkornprodukten wie Vollkornbrot, Naturreis, Vollkornnudeln, Müsli, Haferflocken und sonstigen Backwaren aus Vollkornmehl führen zu einer deutlichen Erhöhung der Ballaststoffzufuhr. Ein reichlicher Verzehr von Obst, Salat und Gemüse, von Hülsenfrüchten und Kartoffeln erhöht die Ballaststoffzufuhr nochmal. Mit einer solchen Ernährungsweise ist nicht nur die Ballaststoffversorgung gesichert, sondern auch die mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sonstigen Pflanzeninhaltsstoffen. Eine Ernährungsumstellung hin zu einer ballaststoffreichen Ernährung führt also zu einer verbesserten Nährstoffversorgung bei gleichzeitig eher geringer Energie- oder Kalorienzufuhr.

Ballaststoffreiche Nahrungsmittel sind etwas mühsamer zu essen als ballaststoffarme. Man muss mehr kauen, das Essen dauert dadurch länger. Dieses ist aber kein Nachteil, denn durch langsames Essen vergrößert sich die Chance, rechtzeitig zu bemerken, wann man satt ist und dadurch insgesamt weniger zu essen.

Ernährungsumstellung

Eine Umstellung der Ernährung hin zu einer ballaststoffreichen Ernährung sollte nicht auf einmal, sondern nach und nach, allmählich erfolgen. Denn die Darmflora muss sich erst an die neuen Anforderungen anpassen, was in der Übergangszeit vermehrt zu Schwierigkeiten wie Blähungen oder Völlegefühl führen kann. Eventuell können auch Bauchschmerzen auftreten. Diese Symptome weisen auf Umstellungsprozesse hin, nicht auf eine Unverträglichkeit der Ballaststoffe oder von Vollkornprodukten. Wenn diese Erscheinungen auch im Allgemeinen harmlos sind, so lassen sie sich doch durch eine langsame Steigerung der Ballaststoffzufuhr vermeiden.

Ballaststoffe in der Nahrungsergänzung

Manch einer wünscht sich, seine Ernährungsgewohnheiten beizubehalten und sich trotzdem ballaststoffreich zu ernähren. Für diesen Zweck hat die Nahrungsergänzungsmittelindustrie eine ganze Reihe von Produkten geschaffen. Diese werden meistens als Produkte zum Abnehmen vermarktet. Natürliche Lebensmittel sind solchen Produkten allerdings immer vorzuziehen, denn sie enthalten nicht nur Ballaststoffe, sondern auch noch viele notwendige Nährstoffe. Natürliche Lebensmittel schmecken auch besser. Der wichtige Effekt, das Essen zu verlangsamen, und damit mit weniger Kalorien satt zu werden, tritt nur beim Essen natürlicher Lebensmittel auf, nicht beim Schlucken von quellfähigen Substanzen. Und nicht zuletzt können natürliche Lebensmittel keine gefährlichen Klumpen im Verdauungstrakt bilden, die unter ungünstigen Umständen sogar einen Darmverschluss hervorrufen können.

Wer meint, auf Nahrungsergänzungen der quellfähigen Art nicht verzichten zu können, der sollte zumindest darauf achten, dass er immer reichlich Flüssigkeit dazu trinkt. Ohne die nötige Flüssigkeit können die ansonsten eher harmlosen Quellmittel zu gefährlichen Verstopfungen führen. Dies gilt auch für Hausmittel wie Weizenkleie. Es ist in jedem Fall besser, mit Vollkornprodukten die Kleie und die Ballaststoffe gleich mitzuessen als Weißmehlprodukte plus Weizenkleie oder andere Nahrungsergänzungen zu essen. Zum Abnehmen ist eine Ernährungsumstellung auch sehr viel erfolgreicher als die Verwendung von Nahrungsergänzungen.

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