Die Abnehmschule

Individuelle Wege zum Wohlfühlgewicht mit vernünftiger Ernährung und aktiver Lebensgestaltung

Fettschürzen und überschüssige Haut nach Gewichtsreduktion

Eine starke Gewichtsabnahme hat nicht nur angenehme Folgen. Je mehr man abnimmt, umso höher ist das Risiko, dass überschüssige Haut zurückbleibt. Vor allem am Bauch kommt es garnicht so selten dazu, dass diese Haut eine große Falte bildet, die dann wie eine Schürze runterhängt. Das ist nicht nur ein unschöner Anblick, das kann auch medizinisch zu Problemen führen, wenn sich unter der Falte durch die Reibung wunde Stellen, Entzündungen und Geschwüre bilden. Die Folge sind unter Umständen ständige Schmerzen und eine erhebliche Beeinträchtigung des physischen und psychischen Wohlbefindens.

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Vorsorge und Planung

Die beste Maßnahme dagegen ist Vorsorge. Je früher man abnimmt, also je jünger man zur Zeit der Abnahme ist und je kürzer die Zeit, die man dick war, umso besser sind die Chancen, dass sich der Hautlappen nochmal zurückbildet. Das nützt natürlich nur denjenigen, die ihr Problem früh genug erkannt haben. Und auch für die gibt es keine Garantie, nur bessere Chancen. Umgekehrt kann auch ein älterer Mensch Glück haben und von unschönen Veränderungen verschont bleiben. Man weiß es nicht vorher.

Je langsamer man abnimmt, umso besser sind die Chancen, dass sich alles wieder von alleine normalisiert. Besonders oft betroffen sind also Patienten, die bereits eine bariatrische Operation wie eine Magenverkleinerung oder das Einsetzen eines Magenbandes hinter sich haben und deshalb besonders schnell abgenommen haben. Nicht immer sind sie vorher über dieses Risiko Ihres Eingriffs aufgeklärt worden.

Natürlich spielt auch eine Rolle, wieviel man abnimmt. Wer sein Gewicht um wenige Kilo reduziert, wird kaum Probleme mit Hautlappen bekommen.

Das kann sich ändern, wenn man wiederholt ab- und wieder zunimmt. Ein ständig schwankendes Gewicht erhöht das Risiko, dass sich überschüssige, lose Haut bildet. Vor allem dann, wenn schnell ab- und ebenso schnell wieder zugenommen wird, wie es bei strengen Diäten und anderen unvernünftigen Abnehmmethoden der Fall ist. Die schnelle Zunahme, wie sie zum Beispiel durch den JoJo-Effekt nach strenger Diät vorkommt, kann zusätzlich auch zur Bildung von Bindegewebsrissen (Schwangerschaftsstreifen, Dehnungsstreifen) führen. Dazu muss man nicht unbedingt viel, man muss nur schnell zunehmen.

Zur Bildung großer Hautlappen kann es natürlich nur dann kommen, wenn eine entsprechend große Gewichtsreduktion vorangegangen ist. Aber auch kleine Falten und einfach nur lose Haut können das Wohlbefinden stark beeinträchtigen, vor allem wenn man nicht aus gesundheitlichen, sondern aus ästhetischen Gründen abgenommen hat. Was ja bei den meisten das Motiv ist.

Bevor man sich in die nächste radikale Diät stürzt, sollte man sich also überlegen, ob man das neue Gewicht hinterher auch wird halten können. Manchmal ist es besser, gerade jetzt erstmal nicht abzunehmen, sondern erstmal zu überlegen. Sowohl die Möglichkeit unerwünschter Nebenwirkungen als auch die Möglichkeiten, diese zu reduzieren, sollte man in die Überlegungen mit einbeziehen. Also hier die Möglichkeit der Bildung von Hautlappen und Fettschürzen und die Möglichkeit, dies durch eine langsame Gewichtsreduktion mit dauerhafter Ernährungsumstellung zu verhindern oder zumindest zu vermindern. Einfach rund und gesund zu bleiben ist manchmal vielleicht auch eine Option.

Wenn die Fettschürze nunmal da ist

Meistens beginnen die Überlegungen über diese unerwünschte Nebenwirkung des Abnehmens erst dann, wenn es eben nicht mehr zu übersehen ist. Wenn die Fettschürze da ist. Dann muss man sehen, wie man möglichst komplikationsarm damit umgeht. Zunächst kann es einfach helfen, enge Kleidung zu tragen. Einfach statt Unterhemd ein enges T-shirt oder auch Mieder oder Kompressionskleidung zu tragen externer Link, führt zumindest dazu, dass das lose Gewebe nicht mehr aufeinander reibt, was Schmerzen, Entzündungen und auch Peinlichkeiten vermeiden kann. Außerdem erscheint der Bauch dadurch optisch schlanker, was dem nun niedrigeren Körpergewicht besser entspricht.

Auch wenn es nicht ganz einfach ist, sich hineinzuzwängen, so führt das Tragen von Kompressionswäsche im Allgemeinen zu einem verbesserten Wohlbefinden.

Während man das tut, kann man natürlich darüber nachdenken, was man als nächstes tun möchte oder tun sollte. Ein sportliches Training, vor allem ein Training der Bauchmuskulatur, kann unterstützend wirken und ist in jedem Fall empfehlenswert.

Fettschürze wegtrainieren?

Die Fettschürze ist ein Hautlappen. Dass die Haut zuviel ist, liegt an der starken Reduktion des Bauchumfanges. Bauchfett lagert sich im Allgemeinen sowohl unter als auch über der Bauchdecke, also den Bauchmuskeln an. Durch die Reduktion des Fettes im Bauchraum, des Abdominalfettes oder Viszeralfettes, wird nicht nur die Haut, sondern auch das Muskelkorsett um den Bauchraum zu groß. Hier können Muskeltraining und Gymnastik helfen. Wenn also nach der Gewichtsabnahme zwar ein gesundes Gewicht, aber trotzdem ein unschöner Bauch vorhanden ist, kann man mit zielgerichtetem Training eine deutliche Verbesserung dieses Zustandes erreichen.

Überschüssige Haut lässt sich dagegen durch Training nicht beeinflussen. Allerdings ist es oft so, dass nach einer starken Gewichtsreduktion nicht nur das Körperfett, sondern auch die Muskulatur stark reduziert ist. Training kann also in jedem Fall gut für das Allgemeinbefinden sein.

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Operation oder nicht?

Oft ist es so, dass sich die Hautfalte nicht von alleine zurückbildet. Oder dass auch nach längerer Zeit immer noch eine zwar verkleinerte, aber noch deutlich störende Falte oder Fettschürze vorhanden ist. So etwas kann operiert werden. Oft ist es sinnvoll, so etwas zu operieren. Allerdings muss man abwägen.

Zunächst sollte man sicherstellen, dass man sein neues Gewicht halten kann. Die Entscheidung über eine Operation sollte also nicht vor Ablauf eines Jahres nach beendeter Gewichtsreduktion erfolgen. Denn in diesem Jahr kann viel passieren. Zum einen kann man Glück haben und die Haut strafft sich von alleine nochmal. Oder sie strafft sich zumindest soweit, dass man im Vergleich das Operationsrisiko als zu groß einschätzen wird.

Zum anderen ist es leider so, dass zumindest statistisch betrachtet die meisten wieder zunehmen. Auch wenn sich natürlich alle wirklich und ernstgemeint vornehmen, dass ihnen das nicht passieren wird. So passiert es doch immer wieder. Ohne dass man etwas dafür kann. Und nach der Operation sollte man definitiv nicht mehr zunehmen, weil das ein deutlich erhöhtes Risiko für Komplikationen mit sich bringt. Nach einem Jahr kann man sich relativ sicher sein, dass man die Umstellung geschafft hat, auch wenn es natürlich keine Garantien gibt. Und wahrscheinlich hat der Hautlappen sich dann zu seinen endgültigen Dimensionen entschlossen, was die Entscheidung, ob die Operation notwendig ist oder nicht, auf eine objektivere Basis stellt.

Wenn man sich zur Operation entschlossen hat, kommen eine Menge Fragen auf einen zu.

Operation: Kostenübernahme und andere Probleme

Eine große Fettschürze, die ständig entzündet ist und Schmerzen und Geschwüre mit sich bringt, sollte aus medizinischen Gründen operiert werden. In einem solchen Fall lohnt es sich, einen Antrag auf Kostenübernahme an die Krankenkasse zu stellen. Und sich (leider) auf einen gewissen Kleinkrieg einzustellen, denn die Bereitschaft der Krankenkasse, die Kosten zu übernehmen, lässt sich schwer im Voraus einschätzen.

Es ist sicher nicht ganz einfach einzuschätzen, ob die eigene Fettschürze, der eigene unschöne Hautlappen wirklich ein so gravierendes Problem darstellen, dass eine Operation unumgänglich ist. Jede Operation bringt ein allgemeines Operationsrisiko mit sich, jede Operation kann auch misslingen und schwere Komplikationen mit sich bringen. Dieses Risiko sollte man nur dann auf sich nehmen, wenn es wirklich etwas zu gewinnen gibt. Die Krankenkasse wird deshalb diverse Gutachten anfordern, die man erbringen sollte, auch wenn es nicht leicht fällt. Natürlich gibt es auch die Alternative, auf den Nervenkrieg mit der Krankenkasse zu verzichten und die Operation selbst zu bezahlen.

Bauchdeckenstraffung und Entfernung der Fettschürze

Wenn man sich zur Operation entschließt und die Kostenfrage geklärt ist, sollte man sich über die Operation selbst informieren. Relativ eindeutig ist die Entfernung des überschüssigen Hautlappens, der als Fettschürze überhängt. Es wird ein Streifen Haut mitsamt dem Unterhautfettgewebe herausgeschnitten und die verbleibenden Enden werden wieder miteinander vernäht. Damit der Bauchnabel danach nicht an der falschen Stelle sitzt, wird er herausgeschnitten und an der richtigen Stelle wieder eingesetzt. Es ergibt sich eine recht große Operationsnarbe, die von einem Beckenknochen zum anderen reicht. Das lässt sich nicht vermeiden. Man gewinnt einen faltenfreien Bauch ohne Entzündungen und Schmerzen. Allerdings kann es zu postoperativen Schmerzen kommen. Die unter Umständen auch länger anhalten können.

Oft ist es so, dass auch die Bauchdecke nicht mehr flach ist, sondern eine Wölbung nach vorne, eben einen deutlich ausgeprägten Bauch bildet. Trotz niedrigem Gewicht. Wenn man sich ohnehin operieren lässt, kann man also auch eine Bauchdeckenstraffung mit in Erwägung ziehen. Das wird im Allgemeinen medizinisch nicht notwendig sein, kann aber dem psychischen Wohlbefinden dienlich sein. Man sollte das sorgfältig überlegen und abwägen.

Schönheitsoperationen

Heute muss man sich, entsprechende finanzielle Möglichkeiten vorausgesetzt, nicht mehr mit seinem Körper abfinden, wie er eben ist. Er kann operativ verschönert, verändert, verbessert werden, bis hin zur Unkenntlichkeit. Aus dieser Möglichkeit folgt jedoch keine Notwendigkeit. Man sollte sich also gut überlegen, was man tut.

Während die Entfernung einer Fettschürze auch dann eine gute Idee sein kann, wenn die Krankenkasse die Kostenübernahme abgelehnt hat, sind viele andere Optimierungsversuche kritischer zu sehen. Viele Menschen sind nicht mit sich zufrieden, auch dann nicht, wenn sie schlank sind und einen trainierten Körper haben. Sie sehen überall Problemzonen, die häufig objektiv betrachtet garnicht vorhanden sind, sondern nur aus der Diskrepanz zwischen der Erscheinung des eigenen Körpers und einem falsch verstandenen Schönheitsideal zu erklären sind.

Aus der Idee, dass man seinen Körper nicht mehr so akzeptieren muss, wie er eben ist, sondern ihn nach Belieben optimieren kann, folgt für viele der Anspruch, den perfekten Körper haben zu müssen. Oft wäre es besser, am Selbstbewusstsein zu arbeiten, als dem sich mit jedem Lebensjahr weiter entfernenden Schönheitsideal hinterherzulaufen.

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