Die Abnehmschule

Individuelle Wege zum Wohlfühlgewicht mit vernünftiger Ernährung und aktiver Lebensgestaltung

Abnehmen mit Schüssler-Salzen - Die ungläubige Sichtweise

Im Zusammenhang mit dem Abnehmen gibt es ein paar unangenehme Wahrheiten. Nur wenn man weniger Energie (Kalorien) zu sich nimmt, als man verbraucht, kann man abnehmen. Oder wenn man mehr Energie verbraucht, als man zu sich nimmt, was dasselbe ist. Man muss also entweder weniger essen oder sich mehr bewegen, oder auf andere Weise mehr Energie verbrauchen, oder auch alles auf einmal, darauf läuft es hinaus. Dabei gibt es nahezu unendlich viele Möglichkeiten, diese Ziele zu realisieren.

Wer mit dem Versuch, weniger zu essen oder sich mehr zu bewegen, schonmal gescheitert ist, oder wer sich generell nicht zutraut, Ziele aus eigener Kraft zu erreichen, der neigt zur Verwendung von Hilfsmitteln, oft auch gegen die Stimme der Vernunft.

Mittel zum Abnehmen

Die Möglichkeiten, sich das Abnehmen (scheinbar) leichter zu machen, sind geradezu unendlich. Es gibt Pillen zum Abnehmen, Tabletten, Pulver, Shakes, Massagegürtel, Gels und Cremes, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Viele der verwendeten Substanzen sind nicht gerade nebenwirkungsfrei. Da heben sich die Schüssler-Salze wohltuend ab. Als alternativmedizinische Mittel in homöopathischer Potenzierung stehen sie nicht im Verdacht, starke Nebenwirkungen hervorzurufen. Ob sie allerdings wirken, bleibt bislang offen. Auch wenn für jedes einzelne Schüssler-Salz spezielle Anwendungsfelder genannt werden, auch wenn man an sehr vielen Stellen die behaupteten Wirkungen nachlesen kann, so fehlen doch immer noch die unabhängigen Studien, die diese Wirksamkeit nachweisen. Aufgrund des Arzneimittelrechtes ist es nicht zulässig, Indikationen auf den Packungen abzudrucken. Deshalb sind Anwender auf das Hörensagen und mehr oder weniger interessierte Publikationen angewiesen, die oft an ihren kann-Formulierungen erkennbar sind, also eindeutige Aussagen vermeiden.

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Christian Weymayr,
Nicole Heißmann:

Die Homöopathie-Lüge:

So gefährlich ist die Lehre von den weißen Kügelchen

Piper Verlag: 336 Seiten

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Schüssler-Salze zum Abnehmen

Es gibt 27 verschiedene Schüssler-Salze, 12 davon werden als Funktionsmittel bezeichnet, die anderen 15 als Ergänzungsmittel. Der Einfachheit halber sind sie einfach durchnummeriert. Auch wenn jeder Heilpraktiker seine eigenen Vorstellungen davon hat, welche Salze das Abnehmen unterstützen sollen, so gibt es doch unter den Anhängern der Schüssler-Salze einen Konsens dahingehend, dass die Salze Nr. 4 (Kalium Chloratum), Nr. 9 (Natrium Phosporicum) und Nr. 10 (Natrium Sulfuricum) in keiner Abnehmbehandlung fehlen sollten. Die tatsächlich empfohlene Liste der Salze ist meistens erheblich länger.

Wenn man sich die Schüssler-Salze von einem Heilpraktiker verschreiben lässt, dann wird dieser im Allgemeinen erst nach ausführlicher Diagnosestellung eine Empfehlung für die zu verwendenden Salze aussprechen. Dabei wird er die Konstitution, den Stoffwechseltyp und andere Parameter des jeweiligen Patienten berücksichtigen. In der Folge kann die Liste der anzuwendenden Schüssler-Salze sehr lang werden.

Aber auch die Selbstverschreibung der Salze wird häufig praktiziert. Als Indikation wird von den Betroffenen natürlich Übergewicht und der Wunsch, dieses zu verringern, angegeben. Konkret sollen die Salze helfen, Stoffwechselblockaden aufzulösen. Sie sollen Heißhungerattacken verringern.

Stoffwechselblockaden

Viele Abnehmwillige kennen das, sie ernähren sich gesund, sie achten darauf, dass sie nicht zuviel essen, sie bewegen sich, und sie nehmen nicht oder nicht schnell genug ab. Auch wenn es für dieses Phänomen meistens sehr rationale Erklärungen gibt, so wird es in der Welt der Schüssler-Salz-Anhänger doch als Stoffwechselblockade beschrieben. Die Salze sollen helfen, diese Blockaden aufzulösen.

Heißhungerattacken

Das Auftreten von Heißhungerattacken wird von denen, die von der Wirkung der Schüssler-Salze überzeugt sind, mit einem Mangel an Mineralsalzen begründet. Dieses ist tatsächlich ein möglicher Grund für Heißhungeranfälle, schließlich versucht der Körper mit allen Mitteln, an das Fehlende zu gelangen. Die Schüssler-Salze sollen diesen Mangel an Mineralsalzen beheben und dadurch das Ende der Attacken bewirken. Da die Salze allerdings in homöopathischer Potenzierung vorliegen, bleibt jedoch unklar, wie sie diesen Mangel ausgleichen sollen.

Abnehmen mit Schüssler-Salzen

Empfehlungen für das Abnehmen mit Schüssler-Salzen umfassen immer ausführliche Anwendungsvorschriften für die zahlreichen Tabletten, die eingenommen werden müssen. Damit ist man reichlich beschäftigt, was das gute Gefühl bewirkt, dass man etwas tut. Dieses Gefühl kann alleine dazu führen, dass man weniger isst, vor allem auf Frust- und Langeweile-Essen verzichtet, auch ohne es zu merken. Das macht tatsächlich schlanker.

Hinzu kommen immer Ernährungsvorschriften und die Empfehlung, sich mehr zu bewegen oder Sport zu treiben. Auch wenn eine tatsächliche Gewichtsreduktion jetzt die Folge dieser Verhaltensänderungen sein sollte, so wird der Anwender der Schüssler-Salze doch überzeugt sein, die Salze hätten die Gewichtsabnahme bewirkt.

Auch wenn es wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist, gibt es also tatsächlich eine Wirkung, die allerdings unabhängig davon ist, welche Salze nun konkret auf welche Weise eingenommen werden. Diese Wirkung beruht auf dem Placebo-Effekt externer Link. Wer also überzeugt ist, dass Schüssler-Salze ihm beim Abnehmen helfen werden, der wird wahrscheinlich tatsächlich abnehmen. Für die Überzeugten spricht also nichts dagegen, es zu versuchen.

Für alle anderen gilt, dass die Salze wahrscheinlich nicht besser wirken werden als reiner Milchzucker, aus dem die Tabletten ohnehin hauptsächlich bestehen. Da durch die meistens große Tablettenmenge nicht ganz unbedeutende Mengen Milchzucker aufgenommen werden, kann man sich durchaus fragen, ob man wirklich genau dann, wenn man abnehmen möchte, eine größere Menge Zucker zusätzlich zu sich nehmen sollte. Vor allem sollten Menschen mit Laktoseintoleranz auf die Einnahme verzichten.

Langfristig ist ohnehin davon auszugehen, dass nur derjenige sein neues, schlankeres Gewicht wird halten können, der sein Verhalten ändert, seine Ernährung anpasst und seine Aktivitäten ausweitet. Der Placebo-Effekt wirkt, aber nicht auf Dauer.

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